Nordhorn-Almelo-Kanal
Nordhorn-Almelo-Kanal (NAK).Schon lange hatte es Pläne gegeben, die Region Twente über Wasserwege besser an das Münsterland und somit Westfalen besser anzubinden. Bis ins 19te Jahrhundert lief der Warenverkehr im Wesentlichen über die Flüsse Berkel, Schipbeek und Vechte. Doch führen alle drei wenig Wasser, so dass die Tonnage der verwendeten Schiffe begrenzt und die Flüsse im Sommer so gut wie unbenutzbar waren. In einem Staatsvertrag zwischen dem Königreich der Niederlande und dem Königreich Preußen wurden diese Pläne in die Realität umgesetzt und der Bau des NAK bzw. des „Kanaal van Almelo naar Nordhorn“ wie der Kanal auf niederländischer Seite heißt, beschlossen. Auf niederländischer Seite ging man recht schnell zur Sache und bereits 1889 war dieser Teil bis zur Grenze fertig gestellt. Auf preußischer Seite hatte man aber offensichtlich den Glauben an einen ökonomischen Erfolg verloren und ging recht zögerlich ans Werk. So wurde dieses Teilstück des NAK, obwohl deutlich kürzer als der niederländische Teil, erst 1904 fertig. Auch an dem Gezänk um den Nordhorner Industriehafen, den heutigen Klukkert Hafen, konnte festgestellt werden, dass der preußischen Regierung das Verständnis für die Wasserwege abging. Die Regierung in Münster weigerte sich schlicht Geld für den Hafen zur Verfügung zu stellen. Erst durch eine Investition der Textilfabrik Niehuis & Dütting (später weltbekannt als NINO) konnte der Hafen fertig gestellt werden. Allerdings hatte die preußische Regierung in einem Punkt recht: der grenzüberschreitende Verkehr erreichte nie das Ausmaß, dass man sich erhofft hatte. Der I. Weltkrieg mit seiner Blockade des Deutschen Reiches tat das Übrige und die die Schiffahrt wurde weniger. Nach dem II. Weltkrieg marginalisierte sich der Verkehr und bereits 1960 legten die Niederländer ihr Teilstück still, 1975 folgte die deutsche Seite diesem (schlechten) Beispiel. In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts rückte der Kanal wieder in den Fokus der Planer. Zum einen überlegte man hüben und drüben der Grenze eine Verbindung vom Twentekanal zum Dortmund-Ems-Kanal über die Trasse des NAK her zu stellen. Nachdem man diese Idee zugunsten einer Trasse Enschede - Rheine ad acta gelegt hatte, gab es halbherzige Überlegungen den NAK für die Sportschiffahrt wieder zu öffnen. Auch diese Idee fand in der damaligen Zeit keine Gegenliebe. Erst als Graf Ship im neuen Jahrtausend mit der Forderung einer Wiederöffnung der LEK an die Öffentlichkeit trat, erinnerten sich Politik und Verwaltung wieder des NAK und es wurde unter dem Schlagwort „Kanalvision“ eine direkte Verbindung der ostdeutschen Wassersportreviere mit dem Ijsselmeer via der Grafschaft Bentheim und der Twente angedacht. Leider auch nur wieder halbherzig, sobald es Widerstand von Seiten der Provinzregierung Overijssel gab wurde diese Idee still und leise beerdigt. Lediglich die Stadt Nordhorn gibt sich mit kleinen und größeren Bausteinen unter dem Namen „Wasserstadt Nordhorn“ Mühe diese Idee aufrecht zu halten. Ein Beispiel dafür ist der Klukkert Hafen, der 2006 nach einer aufwändigen Restaurierung wieder der Öffentlichkeit übergeben wurde.
Der Kanal ist 33 km lang und hatte einst 10 Zugbrücken und 6 Schleusen, wovon noch die Koppelschleuse Agelerweg bei Reutum und die Grenzschleuse erhalten sind. Zwischen dem Restaurant Bollejan in Denekamp und der Grenze ist der Kanal durch mehrere Dämme blockiert.
Einmal im Jahr findet auf dem Kanal die Euregiokanorally statt. Startpunkte sind im Wechsel der Vechtesee in Nordhorn und der Zentrumshafen in Almelo. Veranstaltet wir dieses Ereignis durch die Kanuabteilung des Bootsclub Nordhorn, die Stichting Euregiokanorally Almelo und Graf Ship. Sie erfreut sich nach zögerlichem Beginn einer immer a größeren Beliebtheit bei Kanuten aus nah und fern.
Nordhorn-Almelo-Kanal (NAK)